
Künstlerische Spitzenqualität gepaart mit exquisiten Programmen und prägenden Musikerlebnissen seit 125 Jahren: Die Albert Konzerte bringen kontinuierlich die absoluten Weltstars der klassischen Musik nach Freiburg. Namen wie Anne-Sophie Mutter, Sol Gabetta, Igor Levit, Daniel Hope und Lang Lang sind nur ein Teil der Klassikstars, die das Freiburger Publikum live erleben durfte und weiterhin erleben wird. Mit einem wundervollen Konzert der Wiener Symphoniker wurde am 15. November 2025 das 125-jährige Jubiläum der Albert Konzerte Freiburg würdig gefeiert.
Der Musikwissenschaftler und Germanist Dr. Leander Hotaki ist der Kopf hinter diesem außergewöhnlichen Angebot, das die Albert Konzerte den Klassik-Fans in Südbaden und darüber hinaus näherbringen möchten. Im Rahmen dieses besonderen Jubiläums haben wir Dr. Hotaki exklusive Fragen zu dieser beeindruckenden Tradition, den aktuellen Programmen und der Zukunft der Klassik gestellt.
Herr Hotaki, herzlichen Glückwunsch zu diesem besonderen Jubiläum! Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen. 125 Jahre Albert Konzerte, was bedeutet dieses Jubiläum für Sie ganz persönlich?
Den riesigen – und möglicherweise in Deutschland in einer Stadt der Größe Freiburgs einzigartigen – Erfolg unserer rein privatwirtschaftlich getragenen Konzertreihe, über nunmehr 125 Jahre die Weltklasse hierher zu unvergesslichen Konzerten zu holen. Ein unglaublicher Treuebeweis unseres Publikums wie der Künstlerinnen und Künstler über Generationen hinweg!
Wenn Sie auf die Geschichte der Albert Konzerte blicken: Welche Momente oder Entwicklungen erscheinen Ihnen heute besonders prägend?
Natürlich die Gründung durch den Buchhändler Ernst Harms 1901, der von Beginn an höchste künstlerische Qualität zum Maßstab erhob und sein Publikum auch forderte. Die Neueröffnung des Paulussaals 1963, der vorher wie nachher über Jahrzehnte unsere zentrale Spielstätte war, und natürlich der Bau des 1996 eröffneten Konzerthauses Freiburg mit seiner wunderbaren Akustik und Infrastruktur. Ansonsten könnten wir die Weltklasse-Orchester in Freiburg nicht veranstalten und auch viele unserer Sonderkonzerte mit Stars wie Jonas Kaufmann oder Lang Lang nicht machen. Der große Saal hat mit rund 1.750 Plätzen die ideale Größe für die Albert Konzerte.
Prägend war natürlich auch die jahrzehntelange Leitung durch den Konzertmanager Dirk Nabering, mein Vorgänger bis 2010, dessen grandiose Arbeit die Albert Konzerte zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Auf dieser Basis entwickeln mein Team und ich sie weiter. 2026 wird ein umfangreiches, spannend zu lesendes Buch zur Geschichte der Albert Konzerte erscheinen, das ihre Entwicklung nachzeichnet und in welt- und kulturhistorische Zusammenhänge stellt.
Wie spiegelt sich das Jubiläum in der aktuellen Spielzeit wider? Gibt es besondere künstlerische Schwerpunkte oder Formate?
Wir haben unser Jubiläum mit einem Konzert mit den Wiener Symphonikern, die ihrerseits vor 125 Jahren gegründet wurden, am 15. November 2025 glanzvoll gefeiert: nach ihrem berührenden Konzert mit einem Empfang im Foyer des Konzerthauses Freiburg mit Reden u.a. des Oberbürgermeisters der Stadt Freiburg und eines Enkels des Firmengründers Harms. Hierzu spielten die SymphonikerBlås (Blechbläserensemble der Wiener Symphoniker) etwas leichtere Muße. Der Abend hatte Charme und Tiefgang zugleich!
Es wird häufig angenommen, dass klassische Konzerte vor allem bei älteren Generationen Anklang finden. Sie vertreten jedoch die Auffassung, dass junge Menschen schon längst Teil dieser Szene sind. Welche Ansätze haben Sie bei den Albert Konzerten entwickelt, um dieses jüngere Publikum nachhaltig zu begeistern und zu gewinnen?
Genau, auch junge Menschen sprechen wir mit unserem Angebot an. Um sie zu gewinnen, gehen wir über die traditionellen Marketingmaßnahmen und die Aktivitäten unseres umtriebigen „Vereins der Freunde und Förderer der Albert Konzerte e.V.“ hinaus auch in die Sozialen Netzwerke, wo unser Social Media-Manager gezielt Beiträge und Kampagnen schaltet, die auf ein jüngeres Publikum ausgelegt sind. Manche der jüngeren klassischen Musikerinnen und Musiker wie die Pianistin Khatia Buniatishvili und der Pianist Seong-Jin Cho oder der Geiger Ray Chen haben große Fanbases im Netz, von deren Reichweite und Aktivität auch wir als Veranstalter profitieren.
Viele Konzertbesucherinnen und -besucher verbinden mit den Albert Konzerten prägende musikalische Erlebnisse. Was würden Sie sich wünschen, dass das Publikum aus der Jubiläumssaison mitnimmt?
Musikalisches Glück und die Freude, dieses bedeutende Jubiläum unserer Konzertreihe, die bei manchen Musikfreundinnen und Musikfreunden geradezu zur Familiengeschichte gehört, mit uns gemeinsam zu feiern, in Vorfreude auf die nächsten Spielzeiten!
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