Authentischer Indie-Pop: RAUM27 im Porträt

Ein Porträtfoto des Musikduos Raum27, zwei junge Männer in schwarzweiß im Studio vor weißem Hintergrund, der linke blickt nach oben und beißt sich auf die Lippen und der rechte verdeckt sein Gesicht mit beiden Händen.

„Warum tun die 20er so weh? Alle tun, als wäre das okay?“ Eine Frage, die wie ein Echo durch eine ganze Generation hallt. Zwischen Aufbruch und Überforderung, zwischen Anspruch und Zweifel. RAUM27 haben diesem Gefühl einen Rahmen gegeben. Sie übersetzen das Unausgesprochene in klare Zeilen und machen aus einem diffusen Lebensabschnitt einen Sound, der hängen bleibt. Ehrlich, direkt und ohne Ausweichbewegung. Wie alles begann – und wo du RAUM27 bald live erleben kannst, erfährst du hier:

„Anfangen Anzufangen“

Gegründet 2017 in Bremen, begannen Tristan Stadtler und Mathis Schröder als klassisches DIY-Duo: zwei Instrumente, zwei Stimmen. Was folgte, war kein kometenhafter Hype, sondern ein organisches Wachsen. Mit Singles wie „Oft gesagt“ oder „halb 4“ etablierten sie sich in der deutschsprachigen Indie-Pop-Landschaft. Musikalisch bewegen sich RAUM27 zwischen elektronischen Flächen, tanzbaren Grooves und hymnischen Refrains. Doch unter der Oberfläche schwingt immer etwas Fragiles mit.

Mit ihrem Debütalbum „Anfangen Anzufangen“, welches 2023 erschien, formulierten RAUM27 das Statement einer ganzen Generation, das ohne Pathos auskommt und gerade deshalb trifft. Der Titel ist Programm: kein fertiger Plan, kein Manifest, sondern ein tastendes Vorwärts. Die Platte verhandelt psychischen Druck, Klimakrise, das Vergleichen im digitalen Dauerfeuer. Produziert mit Johann Seifert, entfaltet das Album eine bemerkenswerte Balance aus Melancholie und Momentum. Da ist die intime Romanze „Sommerregen“, durchzogen von echten WhatsApp-Zitaten, die wie eingefrorene Momente wirken. Da ist „Plattenbau“, das Naturverdrossenheit nicht als Defizit, sondern als Gegenentwurf inszeniert. Und da ist „Bremen“, eine Liebeserklärung mit Kratzern, eine Auseinandersetzung mit Heimat als schnelllebigem Möglichkeitsraum.

Zweites Album und große Live-Auftritte

2025 markierte „Keine Tränen“ die nächste Stufe in der Entwicklung von RAUM27. Während „Anfangen Anzufangen“ noch nach vorsichtigem Aufbruch klang, wirkt dieses Kapitel reifer, nachdenklicher – manchmal sogar ein Stück ernüchternd. Die Euphorie ist noch da, doch sie zeigt Risse. Vielleicht tun die 20er weh, weil sie keine klaren Antworten geben, sondern uns zwingen, mit Unsicherheiten zu leben. Emotionen zuzulassen und gleichzeitig die alltäglichen Probleme als das anzunehmen, was sie sind. Genau das spiegelt das Album wieder, das auch den kleinen, scheinbar banalen Momenten Raum gibt.

Was auf Platte durchdacht wirkt, wird live zur kontrollierten Eruption. Mit sechsköpfiger Band steigern RAUM27 ihre Songs zu kollektiven Momenten. Supportshows, ausverkaufte Headliner-Touren, zahlreiche Festivalauftritte. Und doch bleibt auch auf der großen Bühne diese eigentümliche Intimität. Tristan wird zum Zentrum eines Raumes, der zwischen Verletzlichkeit und Ekstase schwankt. Mal steht er fast verloren im Lichtkegel, mal zieht ihn der Beat mit, als würde der Rhythmus selbst Regie führen. Mathis hält das musikalische Fundament zusammen, schichtet, reduziert und öffnet Räume. Diese Dualität – Nähe und Rausch, Kontrolle und Kontrollverlust – macht den Kern von RAUM27 aus.

Politisches Statement

RAUM27 geben ihre politische Haltung klar und unverstellt in ihrer Musik wieder. Sie nehmen Stellung, ohne einfache Antworten zu liefern, und behandeln Themen wie Gesellschaft, Gerechtigkeit und politische Verantwortung direkt in ihren Texten. Dabei verbinden sie persönliche Erfahrungen mit politischem Bewusstsein und schaffen so einen deutschsprachigen Pop, der Meinung und Haltung ernst nimmt, ohne belehrend zu wirken. Und dafür liefern sie ihren Fans mit ihrem Song „Seifenblase“ einen geschützten Raum, in den man für einen Moment eintauchen kann, um der Welt draußen zu entkommen.

Duo-Akustik-Tour 2026

Mit ihrer Duo-Akustik-Tour kehren Raum27 2026 zurück zu ihren Anfängen: Zwei Stimmen, zwei Instrumente, unmittelbare Nähe zum Publikum. In kleineren, teilbestuhlten Venues entsteht ein bewusst reduziertes Setting, das mehr an eine Installation als an ein klassisches Konzert erinnert. Ohne große Produktion, dafür mit Raum für Dynamik, Stille und Intensität. Die Songs offenbaren neue Facetten, bekannte Stücke erscheinen in frischen Arrangements und Tristan und Mathis gewähren Einblicke in Entstehungsprozesse, Zweifel und Anekdoten. Diese Tour schafft einen Resonanzraum, der fernab der üblichen Routine liegt – ein Statement der Nähe und Authentizität.

Du hast Lust bekommen, Raum27 live zu erleben und Teil des persönlichen Settings auf ihrer Duo-Akustik-Tour 2026 zu werden? Schaue in unserem Ticketportal vorbei, dort findest du diese und viele weitere Events und Konzerte. Für weitere spannende Artikel über Künstlerinnen und Künstler stöbere in unserem Ticketmagazin. Und für alle aktuellen News folge uns auf Instagram, TikTok und Facebook.

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Emma

Seit 2024 bin ich Teil der Online-Redaktion. Wenn ich nicht gerade an einem Artikel schreibe, findet man mich meistens mit einem Buch in der einen und einem Kaffee in der anderen Hand. Ich liebe es, neue Musik zu entdecken und tanze für mein Leben gern auf allen möglichen Festivals und Konzerten. In der restlichen Zeit studiere ich noch irgendwas mit Medien.