Karneval – so feiert die Welt Teil 1

Karneval – So feiert die Welt

Wenn das närrische Treiben losgeht, gibt es in Deutschland kaum ein Entkommen. Narrensitzungen und Partys sind angesagt und bunte Umzüge ziehen durch die Straßen. Von irgendwoher schallt immer ein „Helau“ oder „Narri-Narro“. Doch wie feiern andere Nationen eigentlich Karneval? Wir verraten euch in unserem ersten Teil, was es mit der Blumenschlacht und venezianischen Masken auf sich hat!

Italien

Der Karneval in Italien entwickelte sich bereits im Spätmittelalter und geht auf die italienischen Fürstenhöfe zurück. So verhält es sich auch mit dem venezianischen Karneval, bei dem es besonders elegant und prunkvoll zugeht. In Venedig zeigen sich zu dieser Zeit Menschen mit geheimnisvollen Masken und aufwendigen Kostümen, die in vergangene Zeiten entführen. Die Masken orientieren sich an der „Commedia dell’arte“, eine Bezeichnung für verschiedene Varianten des traditionellen italienischen Theaters des 16. bis 18. Jahrhunderts. Früher wurden damit Standesunterschiede aufgehoben, denn man wusste nicht, wer sich darunter verbarg. Heute finden sich viele Verkleidungen aus der Stegreifkomödie wieder: Der Harlekin, der Hanswurst, Schurken mit grünen Gesichtern oder der Doktor, der traditionell in Schwarz und mit einer Schnabelnase im Gesicht gekleidet ist.

Schweiz

Auch Deutschlands Nachbarn wissen Fastnacht zu feiern. In Luzern beginnt diese traditionell um 5 Uhr morgens mit dem Urknall am Schmutzigen Donnerstag. Dann versammeln sich die Guggen an der Reuss und warten gemeinsam auf die Ankunft von Bruder Fritschi, der Symbolfigur der Luzerner Fastnacht. Unheimliche Masken und farbenfrohe Kostüme findet man gleichermaßen. Ein Highlight ist der Monstercorso, ein abendlicher Umzug mit viel Guggenmusik, Maskengruppen und festlichen Wagen.

Im protestantischen Basel ticken die Uhren etwas anders, denn die Karnevalszeit geht erst eine Woche nach der katholischen Fastnacht los. Dann startet die Basler Fastnacht am Montag mit dem jährlichen Morgenstraich um 4 Uhr in der Früh. Hier geht es etwas gruseliger zu als bei anderen Umzügen: Die Innenstadt ist vollkommen ohne Straßenbeleuchtung und wird nur durch die Laternen des Umzugs erhellt. Diese sind bis zu vier Meter hoch und werden getragen oder auf einem Wagen gezogen. Eine einheitliche Kostümierung gibt es dabei nicht. Viele Restaurants haben zu dem Zeitpunkt geöffnet und schließen auch in den nächsten 72 Stunden Fastnacht nicht mehr.

Kolumbien

Facettenreich zeigt sich der Karneval vor allem in der kolumbianischen Stadt Barranquilla. Aufgrund der großen kulturellen Bedeutung wurde der Karneval in Barranquilla von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Seit über hundert Jahren wird hier Karneval gefeiert – und das nicht zu knapp. Jedes Jahr markieren Feuerwerk und lautstarkes Hupen den Beginn der fünften Jahreszeit. Es folgen die symbolische Einnahme der Stadt, die Krönung der Königin und der Kinderkarneval. Am Karnevalssamstag können Besucherinnern und Besucher das Highlight, die „Batalla de Flores“, bewundern. Die „Blumenschlacht“ ist ein Straßenumzug mit vielen Festwagen, der von der Karnevalskönigin angeführt wird, und bei dem den Umzugsgästen Blumen zugeworfen werden. Prachtvoll geschmückte Wagen und folkloristische Tanzgruppen begleiten den Umzug. Am Dienstag wird die Figur des Joselitos, die sinnbildlich für den Barranquilla-Karneval steht, beerdigt und damit das Ende des Karnevals eingeläutet.

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Mirjam

Seit Herbst 2018 bin ich Teil des Reservix-Teams. Wenn ich nicht für das Ticketmagazin schreibe, tauche ich in geistiges Eigentum unterschiedlichster Künstler ein und lasse mich faszinieren und inspirieren. Bin ich gerade nicht in meinem eigenen Kopf unterwegs, findet man mich mit zu viel Schokolade in der Küche – Muffins backen.

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