Karneval – so feiert die Welt Teil 2

Karneval – so feiert die Welt Teil 2

In unserem ersten Teil haben wir euch bereits in die Welt des venezianischen Karnevals entführt, in kolumbianische Blumenschlachten und den Basler Morgenstraich näher beleuchtet. Hat euch das neugierig auf mehr gemacht? Dann erfahrt hier, wie die USA, Russland, Brasilien und Belgien die fünfte Jahreszeit feiern!

Russland

Masleniza, die Butterwoche, ist Russlands Antwort auf Karneval und soll den Winter vertreiben. In dieser Zeit werden vorwiegend Milchprodukte geschlemmt, bevor die Fastenzeit anbricht. Auf Jahrmärkten werden sieben Tage lang heiße Pfannkuchen, genannt Blini, als Symbol der Sonne angeboten – und das in vielen Variationen: Mit Honig, Quark, Obst, Gemüse, Marmelade oder Lachskaviar. Früher war das Fest zur Festigung der Familie gedacht: Ein Besuch der Eltern oder Schwiegereltern stand bevor und neue Ehen wurden beschlossen. Aber die Menschen verkleideten sich auch und trieben Schabernack. Eine Tradition, die bis heute besteht. Außerdem messen sich die Einwohnerinnen und Einwohner zu russischer Volksmusik auf den Jahrmärkten, wenn sie sich nicht gerade die variationsreichen Blini schmecken lassen.

USA

Karneval ist in den USA wenig verbreitet, aber die große Ausnahme bildet New Orleans im Süden der vereinigten Staaten. Hier wird Mardi Gras gefeiert, das Äquivalent zu Karneval. Der Begriff stammt aus dem Französischen und steht eigentlich für den Karnevalsdienstag. Übersetzt bedeutet es in etwa „Fetter Dienstag“ und sein Ursprung ist religiöser Natur. Bevor die Fastenzeit für Christinnen und Christen begann, wurden sieben Tage lang bis zum Karnevalsdienstag viele kalorienreiche Nahrungsmittel zur Stärkung verzehrt. Vor allem in New Orleans feiert man diese Zeit mit farbenfrohen Kostümen und großen Paraden. Von den Paradewagen regnet es bunte Perlenketten und Münzen, die, obwohl sie keinen Wert besitzen, sehr beliebt sind. Das Äquivalent zu Deutschlands Krapfen, Scherben und Co. ist in den USA der Königskuchen. Darin ist eine kleine Figur eingebacken und wer sie in seinem Stück findet, muss z. B. die nächste Karnevalsfete ausrichten.

Brasilien

Kein Ort in Brasilien wird so sehr mit Karneval in Verbindung gebracht wie das Sambodromo in Rio de Janeiro. Das Stadion ist jedes Jahr Schauplatz einer riesigen Parade, bei der die verschiedenen Sambaschulen der Stadt gegeneinander antreten. Die Schulen wählen ein eigenes Thema aus, das auch die Dekoration des Wagens bestimmt, und bereitet dazu eine Choreographie vor. Jedes Team hat genau 82 Minuten Zeit – so lange dauert es, das Stadion zu durchqueren –, um sich zu präsentieren. Prächtige Kostüme, sogenannte „Fantasias“, sind Markenzeichen der Parade und fließen mit in die Bewertung ein.

Belgien

Der wohl bekannteste Karnevalsort in Belgien ist die Stadt Binche, deren Karnevalsfest von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt wurde. Am Karnevalssonntag verkleiden sich Frauen für den Umzug als Männer und Männer als Frauen. Der Mardi Gras bleibt allerdings den Männern vorbehalten, die den Karnevalsdienstag als Gilles kostümiert feiern – und das größtenteils mit Champagner und Austern. Gilles stehen für die Rückkehr des Frühlings, aber ein Gille kann nur werden, wer in der Gemeinde geboren wurde. In groben, verzierten Leinenstoff gekleidet und mit einer weißen Halskrause sowie bemalten Wachsmasken versehen, machen sich die Gilles auf zum Umzug.

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Mirjam

Seit Herbst 2018 bin ich Teil des Reservix-Teams. Wenn ich nicht für das Ticketmagazin schreibe, tauche ich in geistiges Eigentum unterschiedlichster Künstler ein und lasse mich faszinieren und inspirieren. Bin ich gerade nicht in meinem eigenen Kopf unterwegs, findet man mich mit zu viel Schokolade in der Küche – Muffins backen.

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