Kitschkrieg feat. Ennio – Mit neuer Single „Nichts mehr“

Ennio im Profil. Für den Artikel Kitschkrieg feat. Ennio 'Nichts mehr'

„Nichts mehr“? Als gäbe es nichts mehr zu erzählen, nichts mehr zu fühlen, nichts mehr neu zu denken. Kitschkrieg beweisen gemeinsam mit Ennio das Gegenteil. Mit ihrer neuen Single „Nichts mehr“ entfachen sie das erste Signal für ihr kommendes Album ZWEI – und zeigen einmal mehr, warum es sich lohnt, Genregrenzen zu verschieben und neue Verbindungen zuzulassen.

Ennios tief-raue Stimme trifft auf die minimalistische Handschrift des Berliner Produzententrios. Was entsteht, ist keine bloße Kollaboration, sondern eine neue Einheit.

Zwischen Berlin und Atlanta

„Für ‚Nichts mehr‘ haben wir uns irgendwo zwischen Berlin und Atlanta mit Ennio getroffen“, schreiben Kitschkrieg zu ihrem Ankündigungssnippet. Dieser geografische Zwischenraum wird zum ästhetischen Prinzip: zwischen Indie und Cloud-Rap, zwischen Euphorie und Melancholie, zwischen starken Tönen und Zerbrechlichkeit. Ihr neues Album mit dem Titel ZWEI hatten Kitschkrieg schon länger in Aussicht gestellt. Dass ausgerechnet Ennio den Opener liefert, kommt überraschend!

Ennio im Porträt

Seit seinem Durchbruch mit „Blaulicht“ steht der Indie-Sänger Ennio für eine Direktheit, die ohne Umwege auskommt. Er versteckt sich nicht hinter Metaphern, sondern formuliert klar, was ist. Diese Unmittelbarkeit prägt auch seine bisherigen Alben: Nirvana (2022) und Schlaraffenland (2024). Die Spannbreite seines Indie-Pop reicht von mal leicht und fast überdreht bis hin zu introspektiv und schwer.

Bereits 2018 trat der Münchner unter dem Alias Emotional Club mit englischsprachiger Musik in Erscheinung. Erst später wechselte er zu deutschsprachigen Songs unter seinem eigenen Namen. Inzwischen hat er sich mit seiner markanten Stimme und Features mit Künstlerinnen und Künstlern wie Nina Chuba oder RIN fest in der deutschsprachigen Indie-Landschaft etabliert. Mit „Haifischbecken“ und gleichnamiger Tour 2026 deutete er zuletzt eine neue Schaffensphase an – Die neue Single „Nichts mehr“ führt diese Entwicklung weiter, allerdings in einem neuen klanglichen Umfeld. Electro-Ennio lädt zum Tanzen ein.

Die Handschrift von KitschKrieg

KitschKrieg – das sind Christoph Erkes, Christian Yun-Song Meyerholz und Nicole Schettler – stehen seit Jahren für radikale Reduktion. Ihr Sound lebt von Lücken, Texturen und präzise gesetzten Akzenten. Elektronische Kühle trifft auf subtile Emotionalität. Kitschkrieg schafft es immer wieder neue Räume zu öffnen. Sie überzeugen nicht erst seit gestern mit ihren raffinierten Beats und ausgefallenen Soundelementen. Spätestens seit „Knöcheltief“ mit Trettmann und Gzuz sowie ihrem DIY-Album ist das Produzententrio aus der deutschen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. Ihr Ansatz: keine Überladung, kein überflüssiges Ausschmücken. Stattdessen Beats, die Raum lassen und Atmosphäre schaffen.

Wenn Stimme und Beat verschmelzen

In „Nichts mehr“ greifen diese Ansätze ineinander. Ennios Stimme klingt stellenweise höher, verletzlicher, fast schwebend. Sie liegt nicht nur auf der Produktion, sondern wird Teil davon. Autotune fungiert hier nicht als Effekt, sondern als klangliche Textur – die Stimme selbst wird zum tragenden Element. Die Produktion baut Druck auf und bewahrt zugleich Distanz. Melancholisch, aber tanzbar und kühl ohne kalt zu wirken.

Inhaltlich kreist der Song um den nüchternen Punkt, an dem etwas endet – eine Beziehung, ein Zustand, eine Phase. „Nichts mehr“ beschreibt keine Gleichgültigkeit, sondern eine klare, fast sachliche Erkenntnis: Es reicht nicht mehr. Kein dramatischer Knall, sondern das stille Eingeständnis, dass ein Kapitel abgeschlossen ist.

„Wie so ne Kunstinstallation“

Das Video zur Single inszeniert Ennio in einer Schwarz-Weiß-Welt, die wie eine reduzierte Kunstinstallation wirkt: minimalistisch, fast abstrakt, aber mit Emotion. Jeder Schatten, jede Bewegung, jede Lichtkante scheint die Musik zu visualisieren – die Beats von Kitschkrieg werden greifbar. Ennio wird dabei zum Zentrum eines hypnotischen Raums, der zwischen Intimität und Ekstase schwankt. Mal schreitet er allein durch die Szenerie, mal zieht ihn der Rhythmus, das Licht und die Atmosphäre geradezu zum Raven.

Und wieso du bald an „Nichts mehr“ außer an Ennios Haifischbecken-Tour denken solltest? 2026 hast du dort die Chance, den Ausnahmekünstler live zu erleben!


Und wer weiß – vielleicht kommt auch Kitschkrieg bald mit dem neuen Album auf Tour oder schaut sogar bei Ennio vorbei. Für alle weiteren Events und Konzerte, die du nicht verpassen solltest, lohnt sich ein Blick in unser Ticketportal. Für spannende Artikel über Künstlerinnen und Künstler stöbere in unserem Ticketmagazin. Und für alle aktuellen News folge uns auf Instagram, TikTok und Facebook.

Newsletter-Anmeldung
Emma

Seit 2024 bin ich Teil der Online-Redaktion. Wenn ich nicht gerade an einem Artikel schreibe, findet man mich meistens mit einem Buch in der einen und einem Kaffee in der anderen Hand. Ich liebe es, neue Musik zu entdecken und tanze für mein Leben gern auf allen möglichen Festivals und Konzerten. In der restlichen Zeit studiere ich noch irgendwas mit Medien.

No Comments Yet

Leave a Reply

Your email address will not be published.