Newcomer-Check: Felix Lobrecht

Newcomer

Wer ist das?

„Felix Lobrecht ist lustig.“ So steht es auf seiner offiziellen Webseite. Aber das ist bei weitem nicht alles, was sich über diesen Newcomer der Comedy-Szene sagen lässt. Er kommt aus Berlin – das hört man. Er hat einen sehr trockenen Humor – das merkt man. Er hat gerne die Hand in der Hosentasche – das sieht man. Was noch? Angefangen hat er wie viele andere mit Poetry Slam, tauschte dieses eher brotlose Feld aber bald gegen einen Platz in der boomenden Stand-Upper-Szene. Danach machte er diverse Comedy-Formate wie NightWash unsicher, bevor er Ende 2017 sogar beim RTL Comedy Grand Prix landete.

Was macht er?

Felix Lobrecht ist anders als viele Kollegen nicht monothematisch unterwegs. Er mimt nicht den Berliner, den Undercut-Träger oder den Typen, der in die Mukkibude schlappt. Zwar ist er all das (solche Oberarme bekommt man nicht vom Rumgammeln auf der Couch) aber daraus besteht sein Programm nicht. Er greift alles auf, was mehr oder weniger mit ihm zu tun hat: Die Jugend in Neukölln, seine Erfahrungen mit der Universität, die Abneigung gegen One Night Stands oder die Frage, was eigentlich das Geschäftskonzept von Tchibo ist. Das kommt immer rotzfrech, auf den Punkt und perfekt getimt – nicht zuletzt, weil er sich Zeit lässt.

Was ihr noch nicht wusstet:

Die rotzige Attitüde des Senkrechtstartes passt zur Biografie. Felix Lobrecht flog wegen Fehlverhaltens vom Gymnasium und machte erst auf Umwegen Realschulabschluss und Abitur. Mittlerweile studiert er, sofern Zeit und Lust es zulassen, Politik und Volkswirtschaftslehre in Potsdam. Außerdem schreibt er Bücher: Gemeinsam mit seinem Poertry-Slam-Kollegen Malte Rosskopf entstand „10 Minuten? Dit sind ja 20 Mark!“, eine autobiografische Dokumentation über genau das Buch, in dem sie steht (paradox!). In Felix Lobrechts Zweitling „Sonne und Beton“ geht es um vier Jungs aus Neukölln, die einen folgenschweren Sommer verbringen. Zitat des Autors: „Ich wünschte, ich hätte mir mehr ausdenken müssen.“ Das sagt eigentlich alles.

Warum soll ich in seine Show gehen?

Kennst du die Aussagen von Eltern, die über das eigene Kind sagen „Wenn er lächelt, sind alle Frechheiten vergessen“? Bei Felix Lobrecht ist das anders. Wenn er lächelt, verleiht das seinen teils bösen Gags erst die richtige Schärfe. Er bringt frischen Wind in eine Szene voller Stereotype und zeigt, dass Comedy sich doch noch neu erfinden kann. Und wem das immer noch nicht reicht, der schaut sich einfach die Stimmen seiner berühmten Kollegen an: Torsten Sträter findet ihn frech (wenn auch zu durchtrainiert), Dieter Nuhr hält ihn für „einen der Lustigsten“, Olaf Schubert wäre gern so „kuhl“ wie er. Was bleibt da noch zu sagen? Achja: Hingehen!

Tickets für alle Termine von Felix Lobrecht bekommst du bei Reservix.

Lena

Seit 2015 bin ich Teil des Reservix-Teams. Wenn ich nicht für das Ticketmagazin schreibe, findet man mich am Grill, auf dem Pferd oder mit der Nase im Duden - nur selten alles gleichzeitig.

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