Newcomer-Check: Mike Singer

Wer ist das?

Die 90er hatten die Backstreet Boys, die 2000er Tokio Hotel, heute sorgt Mike Singer für den Ausnahmezustand in deutschen Mädchenherzen. Manche bezeichnen ihn als deutschen Justin Bieber – nicht nur wegen der Optik, sondern auch wegen des Kanals, durch den beide bekannt wurden: YouTube. Früher wollten junge Menschen Arzt oder Anwalt werden, heute steht „Influencer“ ganz oben auf der Liste der Berufswünsche. Mike Singer hat allerdings im Gegensatz zu vielen anderen in der Szene tatsächlich Talent. Mit Cover-Songs fing er an, stellte aber auch schnell eigene Kompositionen ins Netz. Was folgte, waren eine Million Follower bei Instagram, 450.000 Abonnenten bei YouTube und schließlich ein Plattenvertrag. Mit dem Debütalbum „Karma“ erreichte Mike Singer im März 2017 schließlich Platz 1 der deutschen Album-Charts.

Was macht er?

Mike Singer – übrigens kein Künstlername – macht Feel-Good-Pop mit deutschen Texten, hier mal elektronisch in die Tiefe verzerrt, dann wieder mit einer sehr klaren Stimme und reduziertem Klanggerüst. Bei seiner Musik und im Leben setzt er auf ein ebenso einfaches wie uraltes Prinzip: Sei freundlich zu Menschen und du bekommst etwas Gutes zurück. Mit seinen Fans funktioniert das perfekt – auch wenn das, was zurückkommt, oft nur ein Herzchen oder ein „ily“ ist. Unter Labels wie #teamsinger oder #mikinator bekennen sich die Teenies zu Mike, grenzen ihn zu anderen YouTubern ab und kämpfen mit Leidenschaft für ihr Idol. In der Welt der Achteinhalb-Minuten-Videos geht es ähnlich zu wie früher bei der Frage „Stones oder Beatles“. Heute hat allerdings Mike meistens die Nase vorn.

Was Ihr noch nicht wusstet:

Es ist schwierig, über jemanden unentdeckte Fakten zu finden, der medial so präsent ist. Dass Mike gerne Pizza isst, The Weeknd und Ed Sheeran hört oder gerne GTA auf der Konsole zockt, ist bei seinen Fans längst bekannt. Aber dass er sich selbst in puncto Aussehen auf einer Skala von 1 bis 10 eine 5 gibt, ist für jemanden wie ihn ungewöhnlich. Kalkül oder echtes Understatement? Im Zweifel für den Angeklagten.

Warum soll ich in sein Konzert gehen?

Es ist klar, dass der gestandene Metal-Fan bei Mike Singer nicht die Haare schwingt. Auch für den hingebungsvollen Klassik-Fan ist der junge Sänger nicht die richtige Wahl. Alle anderen sollten Mike Singer eine Chance geben. Der Junge ist echt, vom Namen über die Songs bis zur Stimme. Er performt mit Herzblut, bedankt sich artig bei seinen Fans, ist in Interviews höflich und freundlich – und gibt sich selbst bodenständig und normal. Böse Zungen nennen jemanden wie ihn „weichgespült“ oder „glattgebügelt“, aber das sind nur andere Worte für Künstler, die jung und skandalfrei sind. Und sind wir doch mal ehrlich: Auch die Backstreet Boys oder Tokio Hotel waren eigentlich gar nicht übel.

Tickets für den charmanten Karma-Mike bekommst du bei uns.

Lena

Seit 2015 bin ich Teil des Reservix-Teams. Wenn ich nicht für das Ticketmagazin schreibe, findet man mich am Grill, auf dem Pferd oder mit der Nase im Duden – nur selten alles gleichzeitig.

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