WM-Orakel Winnie stellt sich vor!

Winnie - Das WM-Orakel

Spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft 2010 und dem Kraken Paul vertrauen Fans weltweit auf die Prognose von Meerestieren, Reptilien und Säugetieren. Unser WM-Orakel „Winnie – Die Schildkröte“ tippt den Spielstand für alle Deutschland-Matches. Hier will sich unser Kugelblitz nun einmal persönlich bei dir vorstellen:

„Als international angesehene Schildkröten-Fußballexpertin hat man einen ziemlich vollen Terminkalender. Morgens Interview beim Frühstücksfernsehen, Mittagsbrunch mit der Kanzlerin und abends muss ich mit poliertem Hochglanzpanzer bei der Kinopremiere des neuen Matthias-Schweighöfer-Films aufkreuzen. Ja, es ist hart, ein Leben im Rampenlicht zu führen. Leute fragen mich oft, wie ich es trotz des ganzen Trubels um meine Person geschafft habe, dennoch so bodenständig zu bleiben. Na ja, dass das Kriechen meine einzige Fortbewegungsmöglichkeit ist, hilft schon mal ungemein bei der Bodenständigkeit. Das echte Geheimnis liegt aber darin, niemals seine Wurzeln zu vergessen. Ich habe nicht immer das glamouröse Leben eines Reptilienstars geführt, das schon morgens mit prickelndem Schampus, taufrischem Weidengras und saftiger Wassermelone ( hach, ich liebe Wassermelone) beginnt.

Winne isst Wassermelone

Ursprünglich stamme ich aus einem kleinen Dorf, nahe der ägäischen Meeresküste. Damals war ich noch ein kleines Ei am Sandstrand von Mykonos. In meiner kleinen Grube wartete ich mit meinen Brüdern und Schwestern darauf, endlich das Licht der Welt zu erblicken. Im Gegensatz zu den anderen war mein Ei jedoch nicht einfach nur weiß, sondern so schwarz-weiß gescheckt wie ein Fußball. Weil mir das Brüten in der Eierschale irgendwann zu öde wurde, schlüpfte ich. Viele Wochen vor meinen Geschwistern.

Ich war noch sehr klein und irrte ein paar Tage lang am Strand herum, ohne so recht Appetit zu haben. Plötzlich hoben mich zwei kleine Mädchenhände in die Höhe, um mich zu sich nach Hause zu nehmen. Diese Hände gehörten Evangelia, mit der ich heute noch eine Brieffreundschaft führe. Sie bot mir genügend Futter und ein gemütliches Gehege, um zu einer prachtvollen Reptiliengrazie zu gedeihen. Von meinem Gehege hatte ich außerdem eine gute Sicht auf den Fernsehbildschirm. Schon damals träumte ich davon, einmal selbst als großer Star in dieser Flimmerkiste zu erscheinen, machte mir aber wenig Hoffnung.

Jedes Wochenende wurde bei uns Fußball geguckt. Und damit begann meine große Leidenschaft. Welche Schildkröten-Lady sieht nicht gern dabei zu, wenn elf schwitzende Männer mit Körpern wie dem des Adonis übers Feld rennen und sich gegenseitig in die Arme fallen? Noch dazu lief mir beim Anblick des satten Rasens das Wasser im Munde zusammen. Während der Europameisterschaft 2004 kam Evangelia dann auf die Idee, mich zum Spaß tippen zu lassen. Sie setzte je eine Portugal- und eine Griechenland-Flagge auf einen Zahnstocher, pikste beide in ein leckeres Stück Melone und setzte mich dazwischen. Beim stolzen Anblick unserer weiß-blauen Flagge kroch ich natürlich gleich zur griechischen Seite und tippte somit unbewusst für unseren Pokalsieg. Als ich am Ende richtig lag und wir mit einem 1:0 gegen Portugal siegten, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis mich alle kannten.

Von da an war ich bei jedem Dorffest die Hit-Sensation „Kugelblitz“! „Treffsicherer als das Orakel von Delphi“, sagten die Leute. Als eines Tages ein deutscher Talentscout namens Franzi K. auf mich aufmerksam wurde, ging es steil bergauf. „Zeus, steh mir bei!“, sagte ich zu mir selbst. Doch so oft ich mich selbst zwickte und zwackte, hier liege ich nun auf meiner samtenen Chaiselongue, genieße die besten Trauben Griechenlands und lasse mir von der „Hand Gottes“ Luft zufächern. Wer hätte gedacht, dass eine kleine Schildkröte einmal zur erfolgreichsten Fußballexpertin der Welt aufsteigen würde?“

Du kannst von unserem WM-Orakel Winnie nicht genug kriegen und fragst dich schon, wie das nächste Deutschlandspiel wohl ausgehen wird? Dann vergiss nicht, uns auf Facebook zu liken. So bist du stets auf dem neuesten Stand!

Musa

Seit 2017 bin ich Teil des Reservix-Teams. Wenn ich nicht für das Ticketmagazin schreibe, verbringe ich im flackernden Kerzenschein einsame Stunden an meiner Schreibmaschine, um humanistische Liebesgedichte und Fanbriefe an Paul McCartney zu verfassen. Gerne auch zu einem Gläschen Malzbier.

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