Endlich mitreden! Wissen zu Skispringen

Skispringen

Während unter den Schneemassen unzählige Sportarten Winterschlaf halten, dürfen sich Sportbegeisterte auf eine neue Skisprung-Saison freuen. Doch worum geht es eigentlich bei diesem Sport? Wie kann man beim Skispringen Punkte erzielen? Und was haben eine norwegische Provinz, Soldaten und ein Zimmermann damit zu tun? Die Antworten bekommst du hier bei uns. So kannst du pünktlich zur Vierschanzentournee, dem Highlight der Szene, mit allerlei Insider-Wissen glänzen!

Vom Absprung bis zur Landung – Die Haltungsnote

Beim Skispringen gewinnt, wer am Ende die meisten Punkte einheimst. Das klingt erst einmal recht einfach, ist bei genauerer Betrachtung aber eine Wissenschaft für sich. In die Wertung fließen nämlich zwei Kategorien ein: die Weite und die Haltung. Letztere setzt sich aus Flug, Landung und Ausfahrt zusammen. Die Punktrichter vergeben für die Ausführung dieser drei Abschnitte jeweils maximal zwanzig Punkte. Somit können die Springerinnen und Springer allein durch die Haltungsnote bis zu sechzig Punkte erreichen. Gemeinsam mit der Weite ergibt sich das endgültige Ergebnis.

Vom K-Punkt und anderen technischen Feinheiten – Die Weitennote

Im Weitsprung ist die Sache recht unkompliziert. Die zurückgelegte Distanz wird mit dem Maßband überprüft und das Ergebnis wird eins-zu-eins übertragen. Beim Skispringen sieht das etwas anders aus. Hier wird nämlich schon vor Beginn des Wettbewerbs der sogenannte K-Punkt ermittelt. Damit wird jener Bereich markiert, an dem der Aufsprunghang wieder flacher wird. Die Festlegung dieser Marke ist wichtig, weil nicht jede Schanze gleich ist und somit auch die Flugdistanzen unterschiedlich ausfallen. Der K-Punkt ist für die Springenden eine wichtige Orientierungshilfe. Wer genau darauf landet, darf sich über sechzig Extrapunkte freuen. Wer davor landet, bekommt Punkte abgezogen, dahinter werden Boni verteilt. Du bist jetzt überfordert mit dieser Informationsflut? Mach dir keine Sorgen! Spätestens nach einem Durchgang hast du es kapiert.

Von der Qualifikation bis zum Treppchen – Der Wettbewerbsverlauf

Apropos Durchgang, auch hier gibt es einiges zu beachten. Ein gewöhnlicher Skisprung-Wettbewerb besteht aus einer Qualifikation und dem Hauptwettbewerb. Wer nach dem Ende der Qualifikation zu den besten fünfzig Springerinnen und Springern gehört, hat es in den ersten Wertungsdurchgang geschafft. Zum Abschluss dieses Durchgangs wird erneut aussortiert, sodass in der finalen Runde lediglich die Platzierungen 1 bis 30 weiter Punkte sammeln dürfen. Das Endergebnis setzt sich aus der Punktzahl der beiden Wertungssprünge zusammen. Berechtigte Hoffnungen auf einen Podiumsplatz dürfen sich diejenigen machen, die alle Sprünge absolvieren und dabei in den beiden Wertungspunkten ordentliche Ergebnisse einfahren.

Von Weltrekorden und dem Traum vom Fliegen

Vermutlich war den Erfindern des Skispringens nicht bewusst, welche Entwicklung diese Sportart über die Jahrhunderte nehmen würde. Damals, gegen Ende des 18. Jahrhunderts, beobachtete ein holländischer Seeoffizier norwegische Soldaten bei den ersten Sprungversuchen. Seine Nachricht von den Männern, die mit ihren Skiern etwa sechs Meter weit sprangen, gilt heute als erster Beleg für die Sportart. Auch in der Folgezeit war Skispringen vor allen Dingen eine norwegische Angelegenheit. So machte 1860 ein Zimmermann aus der Provinz Telemark, die bis heute namensgebend für die ideale Landung ist, mit einem Dreißig-Meter-Sprung auf sich aufmerksam. Im Laufe der Jahre erlangte der Sport dann in ganz Europa Bekanntheit. Auch die Technik entwickelte sich weiter. Mit Sprüngen über zunächst einhundert, dann sogar zweihundert Metern wurde das Skispringen immer spektakulärer. Der Weltrekord liegt mittlerweile bei satten 253,5 Metern und ist somit weiter als der längste Flug des Flugzeug-Pioniers Otto von Lilienthal.

Wenn du nicht eh schon dem Winter und der Skisprung-Saison entgegenfieberst, ist hoffentlich spätestens jetzt dein Interesse geweckt. Am besten wendest du das neu erworbene Wissen direkt beim Neujahrsskispringen an. Ein grandioses Sportspektakel ist hier nämlich garantiert!

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Tilman

Seit 2013 bin ich Teil des Reservix-Teams. In meiner Freizeit versuche ich, das Runde ins Eckige zu schießen. Nebenher studiere ich – aber nur so lange, bis mich endlich Jogi Löw anruft.

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