Endlich mitreden! Die Geschichte des Frauenfußball

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Es ist nun kein Geheimnis, dass Fußball die beliebteste Sportart in Deutschland ist. Die letzten großen sportlichen Erfolge der deutschen Nationalmannschaften liegen zwar ein paar Jahre in der Vergangenheit, dafür haben wir nun mal Zeit, einen Blick in die Historie des Sports zu werfen. Seit gerade einmal rund 55 Jahren ist Frauenfußball hierzulande erlaubt und kämpft weiterhin um Anerkennung, Gleichberechtigung und Medienpräsenz. Das wirft Fragen auf: Inwieweit spielt der historische Hintergrund eine Rolle? Und wie verlief die noch junge Geschichte seit dem Ende des Verbots von Frauenfußball? Bevor’s also ans Mitfiebern geht, beleuchten wir hier die Geschichte des Frauenfußball.

Ein steiniger Weg für den Frauenfußball

England ist wortwörtlich das Mutterland des Fußballs. Denn dort liegen, ebenso wie bei den Männern, auch die Anfänge des Frauenfußballs. Mit den „British Ladies“ gab es bereits 1894 ein Frauen-Fußballteam auf der Insel. Während des Ersten Weltkriegs erfuhr der Frauenfußball in Großbritannien und Frankreich einen regelrechten Hype. Höhepunkt war sicher das Spiel zwischen den Dick Kerr’s Ladies und den St. Helens Ladies im legendären Goodison Park, wo über 50.000 Menschen zusahen. In Deutschland hingegen war Frauenfußball zunächst verpönt und höchstens in akademischen Kreisen gab es Frauen, die Fußball spielten. Nachdem Lotte Specht 1930 mit der Gründung des 1.DDFC Frankfurt in Deutschland Pionierarbeit leistete, gelangte man zu Zeiten des Nationalsozialismus an einen erneuten Tiefpunkt, von dem sich Frauen-Fußballdeutschland nur langsam erholen konnte. Denn als in den 1950er-Jahren wieder vermehrt Frauenmannschaften aufkamen, verbot der DFB seinen angehörigen Vereinen Frauenabteilungen. Die Begründung: Ein Sport wie Fußball passe einfach nicht zur sanften Natur der Frauen. Davon ließen sich die Fußballerinnen jedoch nicht beeindrucken und übten ihren Sport in inoffiziellen Wettbewerben weiter aus, was einer Form des Protests gleichkam. Das ging so lange, bis 1970 der Ausschluss unter einigen Vorbehalten wie dem Verbot von Stollenschuhen oder kleineren, leichteren Bällen schließlich aufgehoben wurde.

Auch international machte der Frauenfußball weiter Fortschritte. 1984 wurde die erste Europameisterschaft für die zahlreichen Spielerinnen veranstaltet und findet seit 1997 alle vier Jahre statt. Funfact: Das deutsche Team ist hier mit acht Titeln momentan Rekordhalter! Der erste Triumph der Nationalspielerinnen 1989 wurde übrigens mit einem Kaffeeservice entlohnt, was sehr deutlich zeigte, wie rückständig das Bild vom Frauenfußball zu dieser Zeit noch war. Beim Spielbetrieb auf nationaler Ebene hinkte Deutschland im europäischen Vergleich allerdings deutlich hinterher. Mit der Einführung der Frauen-Bundesliga 1989 startete die offizielle Nationalmeisterschaft erst knapp 20 Jahre später als in vielen Nachbarländern. Die erste Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen wurde 1991 ausgetragen, wo die deutschen Damen 2003 und 2007 als Siegerinnen vom Platz gingen.

Ein Kaffeeservice oder 400.000€?

Die historische Betrachtung von Frauenfußball bietet speziell in Deutschland also eine nahrhafte Grundlage für kritische Diskussionen. Aber auch international kommen immer wieder Debatten über Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen auf, wenn es um Fußball geht. Das belegen vor allem Zahlen. Blickt man beispielsweise auf die letzte Weltmeisterschaft 2023 zurück, winkte den Spielerinnen beim Turniergewinn eine Prämie jeweils 252.000 Euro. 2022 wäre es bei den Männern im Falle eines Sieges 400.000 Euro pro Kopf gewesen.

Vorbildliche Exempel

Im Fußball finden sich langsam aber sicher auch Fortschritte. So revolutionierte der norwegische Fußballverband NFF 2017 das Fußballgeschäft, als er das Budget für das Frauennationalteam genau dem der Männer anglich. Das war auch möglich, weil die männliche Nationalmannschaft Teile ihrer Werbeeinnahmen für dieses Vorhaben abgab. Es benötigte auch Frauen wie die US-Amerikanerin Megan Rapinoe, die sich bei der WM 2019 selbst zur Symbolfigur dieses Missstandes machte, als sie sich einen medienwirksamen Disput mit ihrem Präsidenten Donald Trump lieferte. Die Bemühungen sind zielgerichtet und Frauen stellen sich der scheinbar übermächtigen Männerdomäne Fußball entgegen. So konnte zum Beispiel mit dem Equal Pay Agreement der US-Frauen-Nationalmannschaft mit U.S. Soccer 2022 ein historischer Meilenstein erreicht werden. Darin wurde festgelegt, dass Frauen wie Männer nicht nur beim Gehalt, sondern auch in Bezug auf Ausstattung, Kinderbetreuung und Altersvorsorge gleich behandelt werden. Dieser Tarifvertrag setzte einen Maßstab für viele andere Verbände und zeigte, dass sich die Forderungen nach Gleichstellung konkret gestalten lassen. 

Alle Augen aufs Spiel

Auch in Deutschland werden mittlerweile proaktive Strategien verfolgt, die Sichtbarkeit und Nachwuchsarbeit gezielt fördern. 2025 sorgte beispielsweise die DFB Women’s Week mit Fußballspielen, Events und einem Fokus auf Sichtbarkeit und Beteiligung für ausverkaufte Stadien. Ebenfalls immer öfter ausverkauft sind die Spiele in der 1. Bundesliga der Frauen. Diese verzeichnete in der Saison 2023/2024 Rekordzahlen mit einem Zuschauendenzuwachs von 277%. Die letzte abgeschlossene Spielzeit 2024/2025 legte gut nach, doch verpasste knapp das Niveau der vorherigen. Mit dem Saisonauftakt 2025/2026 in der Allianz Arena rückt der Frauenfußball dorthin, wo er längst hingehört: auf die große Bühne. Die kommende Spielzeit verspricht Spannung, Tempo und volle Ränge – wer noch nie im Stadion war, sollte das jetzt definitiv nachholen.

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Paula

Seit Ende 2024 bin ich Teil der Online-Redaktion. Neben dem Texten auf Deutsch begeistern mich außerdem Fremdsprachen: Englisch, Spanisch, sogar Arabisch habe ich mal ausprobiert. Generell probiere ich mich gerne aus. Ob Ballett tanzen oder Rappen, die langen Haare auf 5 Millimeter abrasieren, abenteuerliche Reisen durch Südamerika oder gemütliche Kochabende mit anschließender Häkelsession auf der Couch - count me in!